Mit ‘Lohas’ getaggte Artikel

Der Rundumschlag für Verbraucher – trifft nicht immer

Donnerstag, 11. Februar 2010

Qualitätslüge

Wir Kunden und Verbraucher werden belogen und betrogen – da kann nur der Rundumschlag helfen. Unter dieser Prämisse bleibt uns eine kritische Haltung, um Gesundheitsgefahren, Umweltproblemen und sozialen Missständen in fernen Erzeugerländern zu begegnen. Das Autorenduo Annette Sabersky und Jörg Zittlau nennt ihr nun drittes gemeinsames Werk ein „Handbuch für kritische Verbraucher“.

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Kein grünes Haar mehr an den LoHaS

Mittwoch, 02. Dezember 2009

Puh, das hat bestimmt gut getan. Auf 350 Seiten schreibt sich Kathrin Hartmann ihren Ärger vom Leib, Zielgruppe der Kritik: die Lohas, inklusive aller Unternehmen, die sich dieser Konsumentengruppe annehmen. Im Kern lautet ihre Botschaft, nachhaltiger Konsum werde die Welt nicht retten, sich an Bäume zu ketten sei sinnvoller als Bäume zu pflanzen (bzw. pflanzen zu lassen, etwa von Toyota). Dabei gerät jedoch einiges in den Sog der „Analyse”, das dort eigentlich nicht hingehört.

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Nachhaltiger Konsum: Konzentrieren auf die Big Points

Samstag, 26. September 2009

Entgegen der eigenen Einschätzung ist der der durchschnittliche Ressourcenverbrauch von LOHAS nicht niedriger als der des Durchschnitts. Denn LOHAS konsumieren zwar in einigen oder auch in vielen Bereichen nachhaltig, machen diesen Vorspruch jedoch durch andere, nicht-nachhaltige Konsumentscheidungen wieder zunichte. Es nützt zum Beispiel nichts, Energiesparlampen und Jute-Taschen zu verwenden, wenn man trotzdem zum Urlaub das Flugzeug nimmt. Michael Bilharz fordert daher, Großes groß zu reden. Das bedeutet: “Statt zu versuchen, nachhaltigen Konsum in seiner diffusen Gesamtheit zum Trend machen zu wollen, konzentrieren wir uns darauf, die besonders relevanten Maßnahmen zum Trend zu machen”, schreibt er in der aktuellen politischen ökologie. “Damit lenken wir die Aufmerksamkeit weg von den Peanuts hin zu den sogenannten Big Points nachhaltigen Konsums.” Das ginge einfacher als die meisten dächten: Wichtige Dinge an prominenter Stelle groß thematisieren. “Der kleine aber wichtige Unterschied liegt darin, nicht auch, sondern in herausragender Form darüber zu kommunizieren. Klassisches Agendasetting eben.”

Zu den Key Points nachhaltigen Konsums zählen die Wärmedämmung von Gebäuden, Investitionen in Erneuerbare Energien, hoch effiziente Autos, CarSharing und Bio-Lebensmittel. Dass nicht alle Menschen das Geld hätten, um sich eine Solarnalage zu finanzieren, sei kein Grund, wieder Peanuts in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr gehe es darum, kreativ nach Lösungen für alle zu suchen.

Die Idee der Key Points sei nichts anders als strategisches Denken. Um das strategische Denken vom Ziel her besser in der Nachhaltigkeitskommunikation zu verankern, nennt Bilharz fünf Leitsätze:
_ “Konkrete Visionen” statt “Sich im Detail verlieren”
_ “Das wichtigste zuerst” statt “Alles ist wichtig”
_ “Auf Investitionen setzen” statt “An Routinen scheitern”
_ “Strukturpolitik betreiben” statt “Wertewandel predigen”
_ “Kritische Masse erreichen” statt “In der Masse versanden”


Literatur: Michael Bilharz: Großes groß reden! In: politische ökologie 117, September 2009
Michael Bilharz: Key points nachhaltigen Konsums, 2008, Metropolis Verlag. ISBN 978-3-89518-663-9