Mit ‘Nachhaltigkeit’ getaggte Artikel

Biodiversität: Unternehmen unterschätzen Risiken für ihr Geschäft

Montag, 29. März 2010

Die Beratungsgesellschaft PwC legt in einer aktuell veröffentlichten Studie dar, dass der Verlust von Artenvielfalt und Ökosystemen jährliche Kosten zwischen 2 und 4,5 Mrd. US-Dollar verursacht. Diese Summe entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent bis 7,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Studie “Biodiversity and Business Risk” zeigt an zahlreichen Beispiele auf, wie sich die schwindende Biodiversität drastisch auf die Wirtschaft auswirkt. So schlägt beispielweise die Bodenerosion in Europa mit schon jetzt mit 53 Euro pro Hektar jährlich zu Buche. Das Aussterben eines Großteils der nordamerikanischen Bienenschwärme kostete die Produzenten in den USA im jahr 2007 rund 15 Milliarden US-Dollar. Extensive Rodung von Wäldern auf den Philippinen und damit einhergehender Wassermangel führt dazu, dass das regionale 100 Megawatt-Wasserkraftwerk nur in Intervallen arbeiten kann und eine zuverlässige Stromver­sorgung nicht mehr möglich ist, was wiederum zu Produktionseinbußen in der Wirtschaft führt.

Ob und in welchem Ausmaß der Rückgang der Biodiversität ein unmittelbares unternehmerisches Risiko darstellt, ist je nach Branche und Geschäftsmodell unterschiedlich. Es sind jedoch bei weitem nicht nur Unternehmen aus Primärin­dustrien wie dem Bergbau, der Mineralöl- und Gasbranche oder der Land- und Forstwirtschaft betroffen. Die Konsumgüterindustrie ist zum Beispiel durch den Mangel oder gestiegene Kosten von Ressourcen und die Auswirkungen auf ihre Wertschöpfungs­kette anfällig für Risiken, die mit dem Verlust der Ökosysteme verbunden sind.

PR-Debakel für Nestlé

Sonntag, 21. März 2010

Greenpeace treibt Nestlé und die Marke Kitkat mit einem Schockvideo im Web vor sich her. Dabei stellt sich der Konsumgüterriese selbst ein Bein. Nachdem Nestlé offenbar eine britische Variante des Videos bei Youtube löschen ließ, kursiert der Clip, Teil einer weltweiten Kampagne, nun lawinenartig durchs Netz. Zugleich hat der Konzern die Fanseite bei Facebook abgeschaltet.

Details dazu erfährt man beim Greenpeacler Björn Jettka in seinem Blog

“Nestlé habe seine Fan-Seite bei Facebook eingestellt, heißt es kurz und knapp in einer Mail, die mich am frühen Morgen erreicht. Stimmt, stelle ich wenig später fest. Die Seite mit den rund 700.000 Fans existiert nicht mehr. Dort, wo noch vor kurzem Loblieder auf den Kitkat-Riegel gesungen wurden, klafft inzwischen eine digitale Lücke. Über Nacht hat da offenbar jemand den Stecker gezogen, fühlte sich vielleicht auf einmal zu exponiert in der Öffentlichkeit. Doch deswegen gleich die eigenen Kunden rüde vor die Tür setzen, das ist schon arg und im Zeitalter des Web2.0 meines Wissens beispiellos.

Erstaunlich, dass ein Konzern lieber die direkte Kommunikation zu 700.000 Kunden abbricht als sich mit der Kritik an seiner Einkaufspolitik bezüglich Palmöl auseinanderzusetzen. “Warum nimmt Nestlé die Krise nicht als Chance wahr und stellt die Produktion von Kitkat um, so dass nur noch nachhaltig angebautes Palmöl verwendet wird?,” scheribt der Greenpeacler Björn Jettka. Die Diskussion geht unterdessen weiter: http://www.pr-blogger.de/

Jettka weiter: “Inzwischen greifen auch traditionelle Medien die Geschichte auf und berichten über Kitkat, Greenpeace und Palmöl. Hier und da schafft es die PR-Abteilung von Nestlé sogar, dass ihre grüngewaschenen Zertifikate erwähnt werden. Und gelegentlich findet sich auch der PR-Hinweis der KitKater, dass direkte Verträge zu Produzenten in Indonesien bereits gekündigt seien.
Doch in der Summe wird auch in den traditionellen Medien deutlich: Nestlé bezieht das Gros seines Palmöls indirekt über Zwischenhändler und aus Urwaldzerstörung. Und solange dies so ist, wird es im Netz noch einiges an Diskussionsstoff geben.”

Welche Auswirkungen eine Einkaufspolitik, wie die von Nestlé hat, konnte Jettka 2007 selbst erleben. Zwei Wochen lang war er im Greenpeace-Urwaldcamp auf Sumatra, hat zerstörten Urwald gesehen, Dämme gegen Entwässerungskanäle gebaut und einen Blog geschrieben, auch ein Video aufgenommen.

Update 22.3.:
Der Portal für Marketing, Werbung und Medien HORIZONT.NET hat die Entwicklung weiter in Blick:
“Ebenfalls ungeschickt reagiert der Konzern auf kritische Stimmen auf der offiziellen Unternehmens-Fanpage bei Facebook: So droht Nestlé den rund 90.000 Mitgliedern mit der Löschung von Kommentaren, falls dabei eine veränderte Version des Firmenlogos benutzt wird. Besonders kritische Kommentare wurden kurzerhand entfernt. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Nestlé hat sich inzwischen für die Löschung von Kommentaren und den teilweise unglücklichen Tonfall seiner Antworten entschuldigt.

Greenpeace setzt seine Kampagne gegen Kitkat unterdessen fort. Die Zusicherung von Nestlé, man beziehe kein Palmöl des umstrittenen Zulieferers Sinar Mas mehr, reicht den Umweltschützern nicht aus. Sie wollen den Konzern dazu bringen, auch die Zusammenarbeit mit Zwischenhändlern zu beenden, die Palmöl von dem Hersteller beziehen.” (hier zum Beitrag auf HORIZONT.NET)

Der Rundumschlag für Verbraucher – trifft nicht immer

Donnerstag, 11. Februar 2010

Qualitätslüge

Wir Kunden und Verbraucher werden belogen und betrogen – da kann nur der Rundumschlag helfen. Unter dieser Prämisse bleibt uns eine kritische Haltung, um Gesundheitsgefahren, Umweltproblemen und sozialen Missständen in fernen Erzeugerländern zu begegnen. Das Autorenduo Annette Sabersky und Jörg Zittlau nennt ihr nun drittes gemeinsames Werk ein „Handbuch für kritische Verbraucher“.

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Heiliger Humus!

Dienstag, 12. Januar 2010

In einem Beitrag des bekannten Moorforschers Michael Succow bin ich auf ein bedeutsames Zitat von Friedensreich Hundertwasser gestoßen: „Alle Zivilisationen haben so lange gedauert wie ihr Humus. Die ägyptischen, griechischen, römischen und viele andere waren zu Ende, als ihr Humus zu Ende war. Unsere Zivilisation wird folgen, wenn wir nicht fähig sind, unsere unglaublich dünne Humusschicht zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen.“
Zur Lektüre sei auch das Manifest »Die heilige Scheiße« empfohlen, das Hundertwassers 1979 verlesen hat.

Fleisch-Massenkonsum klug visualisiert

Montag, 26. Oktober 2009

Hier eine sehr anschauliche Animation, die mittels eines Counters zeigt, wie viele Tiere pro Sekunde in den USA geschlachtet wurden (die Berechnung basiert auf dem Fleischkonsum von 2008).

Mehr Infos zu der Kampagne unter http://www.animalvisuals.org/

Rewe-Chef geißelt Discounter-Wahn

Freitag, 16. Oktober 2009

Zur Eröffnung der weltgrößten Lebensmittelmesse Anuga in Köln ging Rewe-Chef Caparros letzte Woche mit der eigenen Branche hart ins Gericht: Nirgends sei der Billig-Wettbewerb so ausgeprägt wie bei uns, sagt der Boss von Deutschlands zweitgrößtem Lebensmittelhändler (Penny, toom, Comet), wie auf Spiegel Online (14.10.2009) zu lesen ist, - und plädierte für mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie.

Weiter schreibt Spiegel Online: “In keinem anderen Land, so weist Caparros Redemanuskript aus, sei der Marktanteil der Discounter höher. Nirgendwo sei man so preisfixiert wie in Deutschland. Und wer ist Schuld daran? “Wir selbst”, so Caparros, dessen offene Worte für merkliches Erstaunen unter den anwesenden Lebensmittelmanagern sorgten. Wir, damit meint der Rewe-Chef Handel und Ernährungsindustrie. “Wir selbst haben an der Erziehung vieler, vieler Verbraucher zu gnadenlosen Schnäppchen-Jägern mitgewirkt.”

Der “mörderische Preiswettbewerb” mit bislang zehn Preissenkungswellen in diesem Jahr sei kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, sondern Wertvernichtung. Da inzwischen selbst die Discounter (zu Rewe gehört der Billigableger Penny) Umsatz einbüßten, könne es so nicht weitergehen. “Wir müssen endlich zur Besinnung kommen”, so Caparros fast flehentlich. Der Weg aus dieser Preisspirale nach unten sei Nachhaltigkeit - nur darüber könne es gelingen zu “verantwortungsvollen”, also höheren Preisen zu kommen.

Das erstaunt - denn bislang haben viele Konzerne das Thema Nachhaltigkeit achtlos an die PR-Abteilungen abgeschoben. Man machte hier bei einem Ökoprojekt mit und sparte dort ein wenig Abfall - zu einer Reorganisation des Kerngeschäfts unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten war aber kaum ein Unternehmen bereit.

Das soll sich jetzt ändern: Caparros will nun statt mit Marketing oder “irgendwelchen Gimmicks” mit Projekten überzeugen: Mithilfe von ausgewählten Vertragslandwirten sei die Pestizidbelastung um über 20 Prozent gesunken, Strom beziehe Rewe seit 2008 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Bis 2015 soll der CO-2-Ausstoß des Konzerns um 30 Prozent sinken - deutlich stärker als bei den Konkurrenten Metro und Edeka.”

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,655039,00.html

Die Riesen waschen immer grüner

Donnerstag, 13. August 2009

gruen_gruen_gruenGrüne Werbekampagnen werden zunehmend dreister. Toralf Staud zerlegt in seinem Buch “Grün, grün, grün ist alles was wir kaufen” die Aussagen von Energiekonzernen, Autoherstellern und Fluggesellschaften gnadenlos. Präzise und fundiert klärt er über Halbwahrheiten und verdrehte Aussagen auf.  (weiterlesen…)

Unsere kleine Welt - Der Klimafilm

Donnerstag, 29. Januar 2009

Ein paar Augsburger FH-Studenten der Studiengänge Multimedia und Kommunikationsdesign haben sich den Themenfeldern Nachhaltigkeit, Ökologie und Ethik verschrieben. Mit ihrem rasanten und unterhaltsamenKurz film Unsere kleine Welt zeigen sie, wie man das komplexe und meist schwere Thema Nachhaltigkeit mit einer kräftigen Prise Ironie verdaulich macht.