Nachdem der erste blutige Kitkat-Spot Nestlé schon in eine ungemütliche Position gebracht hat, legt Greenpeace mit einem waldzerstörenden und gorillakillenden Kitkat-Riegel nach.
Hintergrund ist, dass Nestlé weiterhin mit dem umstrittenen Palmöl-Produzenten Sinar Mas zusammenarbeitet.
In der Medienbranche werden mittlerweile kritische Stimmen laut, die Greenpeace Propaganda ohne Rücksicht auf Verluste vorwerfen. Bei HORIZONT.NET stellt man sich die Frage, “ob sich die Machtverhältnisse in Zeiten des Web 2.0 und Social Media nicht bereits zugunsten der vermeintlichen Underdogs verschoben haben. Sitzt Greenpeace im Social Web nicht am längeren Hebel und nutzt seine Position gnadenlos aus?”. Mehr dazu…
Zeit für was Süßes. Als bekennender Weingummisüchtiger bin ich immer auf der Suche nach Gummiteilen ohne Gelatine. In denen sorgt dann Apfelpektin für die Konsistenz. Das gelingt aber leider nie so gut wie mit der Gelatine, weshalb die Geleebären und -früchte nur was für Überzeugungstäter sind. Dennoch zwei empfehlenswerte Neuheiten (bio und fairtrade) von der Messe:
Biobon Soft Fruits
El Puente Bärenfamily
So unterstützenswert El Puente auch ist, die Früchte sind den Bären geschmacklich und von der Konsistenz her deutlich überlegen.
Das köstlichste der ganzen BioFach waren zwei Produkte von Richard Jannsen (Della Natura) aus Köln: Gedünstete Maronen und eingelegte getrocknete Tomaten. Beides wirklich großartig direkt aus dem Beutel als Beilage oder als Snack zum Wein.
Den Veggieburger von McD kann man ja so wirklich nicht alleine stehen lassen. Daher habe ich mich auf der BioFach nach Alternativen umgesehen.
Dabei ist mir folgendes Kühlregal mit Burgern von Natursoy in Barcelona ins Auge gesprungen. Fette Auswahl, auch in Deutschland erhältlich.
Burger von Natursoy
Lecker auch die neuen “Traum-Monde” von Soto.
Traummonde von Soto
Überwältigend auch die Auswahl von Wheaty: Tolle Würstchen aus Seitan und Tofu. Da sieht die fiese Bifi schon lange alt aus.
Würstchen von Wheaty
Wirklich innovativ ist das Dinkel-Seitan von Amanprana/Noble House aus Belgien. Wer eine Weizeneiweißallergie hat, den haut normales Seitan schnell um, denn Seitan besteht fast ausschließlich aus Gluten. Das Dinkel-Seitan besteht entsprechend aus Dinkel-Gluten. Es wird von Hand gefertigt, das ist prima, leider ist es ein wenig zu weich für meinen Geschmack. Gibt es bisland nicht im Handel, aber bald… Übrigens ein intessantes Unternehmen: http://www.noble-house.tk
Nein, MacDonald´s ist definitiv nicht der Essensanbieter der Wahl. Aber dennoch bitten wir um einen kurzen Moment der Aufmerksamkeit: Es gibt endlich wieder einen Veggieburger. Mit sage und schreibe 1507 Kalorien Kilojoule für nur einen Euro zehn - das ist ein sagenhaftes ordentliches Preis-Leistungsverhältnis. (Das sind nur rund 360 Kilokalorien, wie Bambi zurecht anmerkt. Das schmeckt man auch. Ich habe gestern den Burger probiert und war lange nicht so satt, wie es bei 1500 Kalorien zu erwarten gewesen wäre. Ach ja: War schon ganz schmackhaft der Burger, aber ein wenig weich und klebrig.)
In der Süddeutschen Zeitung vom 9.2. sagte der McDonalds-Deutschland-Chef Bane Knezevic übrigens: “Wir sind kein grünes Unternehmen”. Hintergrund waren die zahlreichen Mutmaßungen, mit dem Farbwechsel des Firmelogos von rot auf grün solle auch ein stärkeres Umweltbewusstsein des Konzerns signalisiert werden. “Das war nie Teil der Strategie”, sagte Knesevic dazu.
Hurra! Da jauchzt das Vegetarierherz: Endlich gibt es einen Gemüse-Helden, der es mit Superwurst aufnehmen kann: “Die Schale ist hellbraun, das Fleisch saftig und gelb - rein äußerlich sieht die neue Kartoffel aus wie jede andere. Doch in ihrem Inneren ist sie anders”, schreibt die Agentur ddp über die neue Superkartoffel.
Kann sie es mit dem schlanken Schurken im Heldenkostüm, der Superwurst aufnehmen? “Superwurst rettet die Welt” heißt es noch immer beim Hersteller Ökoland: Denn Superwurst sei das weltweit erste verarbeitete Lebensmittel nach “Stop-climate-Change-Standard”! Wir sind beeindruckt. Allein: Warum kein Wort über die Emissionen der Tierzucht? Als wäre das nicht genug, reckt Superwurst auch noch politisch unkorrekt die Hand zum Gruße, wie uns Shopblogger zeigt:
Aber die Enttäuschung folgt auf dem Fuße: Superkartoffel ist gar nicht zum Grillen geeignet. Sie fällt daher als vegetarischer Retter vorerst aus: “Ihre Zellen produzieren reines Amylopektin, eine Stärke, die in der Papier-, Textil- und Nahrungsindustrie benötigt wird. Die neue Kartoffel, die jetzt zum ersten Mal geerntet und verarbeitet wird, haben Fraunhofer-Forscher mit Hilfe eines neuen, besonders schnellen Züchtungsverfahrens entwickelt” schreibt ddp.
Aber nicht verzagen! Die Welt steht kurz vor einer landwirtschaftlichen Revolution aus dem Osten Deutschlands: Ein neuer Superreis, der in den Überflutungsgebieten der langsam ansteigenden Ostsee gedeiht:
Hier eine sehr anschauliche Animation, die mittels eines Counters zeigt, wie viele Tiere pro Sekunde in den USA geschlachtet wurden (die Berechnung basiert auf dem Fleischkonsum von 2008).
Industrieberater verwässern in Brüssel Umweltgesetze. AKW-Betreiber finanzieren Umweltgruppen, die Atomkraft reinwaschen. Marktradikale Denkfabriken schleusen Expert(inn)en ins Fernsehen ein, die neoliberale Reformideen propagieren, um den Weg zu ebnen für Privatisierung und Sozialabbau. Greenwashing, eine unkritische Berichterstattung, Nebenanstellungen von Abgeordneten oder schlicht Bestechung machen es der Öffentlichkeit nicht leicht zu durchschauen, wer welche Interessen verfolgt.
Die aktuelle Ausgabe der politischen ökologie 117 nimmt die Lobbygruppen und ihre Methoden unter die Lupe, deckt Umweltskandale auf und hebt grüne Deckmäntelchen hoch. Und sie leifert Strategien gegen den Filz und Ansätze für mehr Demokratie sowie eine kritischere Öffentlichkeit.
In der Reihe Dok 5 – Das Feature sendete WDR 5 vor einigen Tagen die Sendung „An weißer Milch klebt rotes Blut – Die Utopie vom veganen Leben“.
Leider gibt es das Feature nur als kleine Hörprobe - und das komplette Manuskript als pdf zum Herunterladen.
Hier der Teaser: “Der deutsche Fleischkonsum sinkt seit Jahren, fleischlose Alternativen sind bis in die Betriebskantinen vorgedrungen. Die Gruppe der Vegetarier wächst, und immer mehr Menschen lehnen auch die „Ausbeutungsprodukte“ Milch und Eier ab.
Die Vision von einer veganen Welt, in der das Mitgeschöpf Tier nicht länger ausgenutzt und getötet wird, ist viel älter als die moderne Tierrechtsbewegung. Schon in den 1930er-Jahren kämpfte ein evangelischer Pastor in einer nordfriesischen Landgemeinde für sein veganes Utopia, forderte Erbarmen mit dem Schlachtvieh und prangerte den „Verrat der Kirche an den Tieren“ an.”
Seien wir mal ehrlich, das haben wir doch immer geahnt: Gemüse taugt wunderbar für die fleischliche Lust.
Davon ist zumindest die provokante, radikale Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) überzeugt und hat es mal wieder in die Medien geschafft - wenngleich nicht in jene, die eigentlich geplant waren: Der amerikanische Fernsehsender NBC weigert sich, den aktuellen PETA-Spot “Veggie Love” beim Super Bowl, dem größten US-Medienereignis, auszustrahlen.